Gnä Frau ignoriert


Gnä Frau ignoriert mich.

Das Los des Personals.
Man hat da zu sein, darf den Blick nicht erheben. Hauptsache man ist servil und ansonsten weitestgehend unauffällig.
Ich lärme und schmutze nur noch sehr eingeschränkt.
Der Gnädigen wär‘ das auch nicht so recht.

Im Zusammenleben zwischen Katze und Mensch muss jeder seine Position finden. Der mir angestammte Platz ist unter der Gnädigen. Das benötigt keiner Erwähnung. Ich erwähne es trotzdem. Mein kleiner Aufstand eben.
Sie ist gerade draussen unterwegs, da kann ich ein wenig auf dem Dach tanzen.
Auch ist sie an Geschriebenem nur mäßig interessiert. Kein Wunder, es ist mein Geschriebenes und wie wir wissen, sie ignoriert mich.

Gelegentlich keimt in mir der Wunsch nach ihrer Nähe auf. Ich kann sie nicht nur aus der Ferne verehren.
Dann werde ich lächerlich. Buhle um ihre Aufmerksamkeit. Mach‘ mich zum Deppen. Rufe Sie!
Sie ignoriert es, ganz die Dame, die sie ist.
Da gibt es dann ihrerseits auch kein Nachhaken. Sie ist wirklich groß.
Ich zu solchen Gelegenheiten, jämmerlich.

Sie ist die unnahbar Schöne, die nur in seltenen Momenten die Maske fallen lässt.
Ignoriert sie mich dermaßen, dass sie vergisst, dass ich im Raum bin, wenn sie, dem Wahnsinn nahe, Gummiringen, die sie selbst durch die Luft fliegen lässt, hinterher springt, Köpfe in viel zu kleine Kartons steckt und sie mit eleganten Hinterläufen traktiert?
Bin ich Luft?
Hört mir jemand zu?

Gnä Frau ignoriert
Gnä Frau ignoriert

6 Kommentare zu „Gnä Frau ignoriert“

  1. Eine Wunderschöne, ganz Dame, die Gnä Frau. WIe sehr wünsche ich mir manchmal ein wenig mehr Ignoranz meiner beiden Mademoiselles – mit der ich sie oftmals strafen muss, wenn ich einfach nicht da und Schmusekissen und Streichelautomat und Dosenöffner sein kann.

  2. Ganz ehrlich, genau dieses Verhalten macht Katzen für mich zu solch interessanten Lebewesen.
    Wobei, mein rotes Ungetüm ignoriert mich selten, weil der buhlt immer um Futter,…lach!

  3. So sind sie und genau DAS macht sie zu den ehrlichsten Lebewesen.
    Nur wenn SIE wollen, Aufrichtiger geht es kaum.
    So werden die kleinen Aufmerksamkeiten die sie uns entgegenbringen, ganz groß und Unbezahlbar.
    Seit Mr.Mansons Kastration, ignoriert er mich auch (wer könnte ihm dies verübeln ^^?)
    Als ich ihn damlas vom Tierarzt abholte, sprach sein Blick Bände!!!
    Das enge Band, dass uns bis dahin verbunden hatte, drohte zu zerreißen.Schreckliche Vorwürfe plagten mich – doch es musste ja sein 😦 richtige Beachtung schenkt er mir nur wenn er fressen möchte und manchmal schenkt er mir Momente der Vergebung. Dann sitzt er plötzlich vor mir, die Augen sind ganz klein, er tappst auf meinen Schoß, die Pfoten auf meine Schulter und lässt sich laaaaaaaaaange Streicheln, dabei schnurrt er so laut, das ich annehme, das selbst die Nachbarn es hören können ^^. Wie damals, wie ein Baby sitzt er da und wenn mir Tränen der Rührung über die Wange laufen, tupft er die Eine oder Andere mit der Pfote auf ♥
    Lady Ophelya war von klein auf „verhuscht“, kaum ein rankommen, keine Berührung – Sie war die „Unsichtbare“.(Für Andere ist sie das noch immer) Sie fürchtet sich vor ihrem eigenen Schatten.
    Nach 5 Jahren haben wir unsere Art der Komunikation gefunden – wir sind ein Team.
    Irgendwann habe ich einen Trick versucht – mit Erfolg!
    Manchmal wenn ich vor ihr stehe, weiß sie nicht, ob links oder rechts vorbei. In dieser Sekunde schnappe ich sie (behutsam) halte sie für einige Sekunden fest aber zart im Arm dann setze ich sie, gaaanz langsam und behutsam zurück auf dem Boden, auf ihre Pfoten, dann lasse ich sie in Ruhe! Anfangs nahm sie reisaus, heute bleibt sie stehn.
    Respect und Akzeptanz vor dem Sein, du bist wie du bist – hat uns zusammengeführt.
    Sie mag nicht wenn die Hand von Oben kommt, ok!
    Sie mag nicht eiliges auf sie zu Schreiten, ok – dort wo ich sie sehe oder erahne gehe ich langsam.
    Interessanterweise hat sie Verhaltensweisen die mich überraschen.
    So kommt sie manchmal zu mir, kratzt kurz an meiner Hose und geht an ihren Napf, schaut herrein –
    er ist leer 🙂 Sobald ich mich hinlege, kommt sie zu mir und schaut so lange mit mir fern, bis ich eingeschlafen bin♥

    Menschen, die mit einer Katze zusammenleben, nehmen sich selber nicht ganz so wichtig, haben gelehrnt sich etwas zurück zu nehmen, auf etwas einzulassen und die Katze denkt sich: „Ich liebe es wenn ein Plan funktioniert!“ hehe!

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