Gnä Frau und das Schlafen


Es ist, wie schon beschrieben, das liebste Ding der Gnädigen.
Die bevorzugten Orte, wie ich, wechselnd.
Manchmal überschneiden wir uns, treffen uns wieder.
Nicht ganz am selben Ort, doch beinah.
Ich teile das Bett mit ihr. Den Karton unter dem Bett jedoch nicht.
Den liebt sie inniglich, ich weniger. Ihr zu groß, mir zu klein.

Das Sofa, entweder in meinem Arm (Privileg!), auf meinem Bauch (Weihnachten!) oder, mir den Rücken zukehrend(Was hab‘ ich getan?), am anderen Ende der weiten Sofaflur.

Das Sofa kann nicht ganz unter dem Fenster stehen, da ist ein Heizkörper.
Er schafft einen kleinen Spalt, eine handbreit weit.
Dort hab ich Decken, die bei mir in Ungnade gefallen sind, Muster, Stoff, was weiß ich, manchmal passt es nicht mehr, hineingestopft. Auf dem Sofa, in der Ecke, in der das Deckenparadis ist, hab ich andere, nicht in Ungnade gefallene Decken gestapelt.
So ist eine Höhle aus Spalt und Decken gebildet.

Die Gnä Frau liebt diesen Platz, kann dort in Sicherheit auf Decken schlummern, unentdeckt.
Manchmal treibt mich die Neugier, dann verschaffe ich mir einen Blick auf sie, wie sie da liegt und friedlich schläft.
Sie bemerkt es nicht, vielmehr, ordnet die Geräusche, die ich erzeuge ins Vertraute ein, schläft weiter. Eingerollt.

Sie kann auch den öffentlichen Schlaf zelebrieren.
Dann liegt sie auf einer meiner Taschen, neben dem Sekretär und lässt sich nicht durch Schritte, nicht durch laute Musik stören.
Gestern: Schlußakt Don Giovanni, kein Ohr, nicht mal ein Zucken und Mozart schont nicht die Pauken, die Streicher und Stimmen und ich, schone die Lautsprecher nicht. Privileg des abgelegenen Wohnens.
Ihr ist es gleich. Gnä Frau schläft.
Da lässt sie sich nicht beirren.
Gute Nacht. Schlaf‘ gut.

Gnä Frau schläft tief
Gnä Frau schläft tief

6 Kommentare zu „Gnä Frau und das Schlafen“

  1. Ich lass dann mal ganz liebe Grüße von unseren beiden Katzen-Prinzessinnen hier.
    Und von mir Streicheleinheiten für die Gnädige. Alles Liebe euch!
    HERZ-lichst
    M.M.

  2. Sir Percy dreht uns auch den Rücken zu, wenn er mißmutig ist, wenn wir nicht so spuren wie er will….
    das höchste Vertrauen zeigt er, wenn er auf dem Rücken liegt und alle Viere von sich streckt und seine ungeschützte Bauchseite präsentiert……das macht er im übrigen auch im Mai unter den Meisenhäuschen mit ihrer Brut und will ihnen demonstrieren, daß er nichts Böses im Schilde führt, nur die verstehen das nicht und zetern weiter bis wir ihn von dort entfernen…..er täte ihnen wirklich nichts…..
    Die Schlafplätze sind so wechselnd wie bei der Gnä Frau, nur er schläft nie im Arm oder auf dem Schoß…wahrscheinlich bin ich ihm da zu hummelig -:)))
    aber es gibt nichts Beruhigenderes als eine schlafende Katze um sich……

  3. Habe immer gedacht, nur die Murmeltiere halten Winterschlaf, na die Igel natürlich auch und anderes Getier…aber Katzen? Gnä Frau schnurrt, murrt, gurrt nicht mehr…..ist sie hinter dem Sofa auf ihren Prinzessin-auf-der Erbse-Decken verschwunden?
    schließe mich der Feststellung meiner Vorkommentatorin an: Cat-rar-Modus !

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