Den ganzen Tag..


Die gnädige Frau schläft.
Das tut sie nun schon den ganzen Morgen, unterbrochen von der, obligatorisch fehlerhaft servierten Mahlzeit, die unter einigem Gemaunze und Gezeter verdrückt wurde.
Danach kurzer Spaziergang, die Standardrunde, Baum, Wiese, Gebüsch, Geschäfte, Termine, was weiß ich. Sie ist eben draußen unterwegs und steht nach Abschluss aller, restlos aller Erledigungen, wiederum maunzend vor der Terrassentür und starrt.

Das kann sie gut, sie hat die letzten sechs Weltmeisterschaften im Stierkampf spielend gewonnen.
Gut, dass es doppelte Glasscheiben sind, die Scheiben würden dem Blick sonst nicht standhalten.
Sie starrt also und ich stolpere über kurz oder lang, meistens eher kurz, über den Blick. Bremse mich ein, taumle und komme zum Stillstand. Blaue Augen bohren sich in meine Kniescheiben.
Hat etwas von einem alles durchtrennenden Laserstrahl.
Das Unglück kann abgewendet werden, wenn ich mich spute, die Türe öffne, die leisen Fluche schweigend ertrage und das zweite Frühstück reiche.

Natürlich wie immer nicht makellos, ich übe noch immer, irgendwann bekomme ich ein Lob von der Gnä Frau oder zumindest ein Schweigen.

Tagwerk vollbracht, nun läutet sie Schlafrunde zwei, drei und vier ein.
Unterbrochen von kurzem Seufzen, sich strecken, Räkeln und einigem Traumgezappel. Dann einige Kontrollgänge zum Fressnapf, ein wenig herum mosern, spielen und dann wieder schlafen.

Der späte Nachmittag und Abend bietet da auch keine Abwechslung. Sie schläft.

Ich bin mir bezüglich meines Glaubens nicht vollkommen sicher, irgendwo zwischen Buddhismus und Atheismus finde ich mich zurecht.
Fix ist jedoch der dringende Glaube an die Wiedergeburt und wenn, dann bitte als Katze, gerne auch meine.
Was dann irgendwie paradox wäre, aber dem stelle ich mich, wenn es so weit ist.

5 Kommentare zu „Den ganzen Tag..“

  1. Ach ja, dieses Starren bekomme ich auch zu oft zu spüren (Wenn ich nicht schnell genug zur Türe flitze 😉 ) Ich wünsche mir auch in meinem nächsten Leben, eine Katze bei meiner Art des Dosen- und Türöffners zu sein.
    Barfen würde ich auch toll finden, was mein Kater gar nicht verstehen kann.

  2. sie hat doch spanische Gene…also liegt ihr doch der Stierkampf -:))) im Blut…….
    mal umgekehrt: schau mir in die Augen, Kleiner ……lies mir jeden Wunsch von den Augen ab…..
    mehr möchte ich doch gar nicht…….
    Gnä Frau hat wunderschöne Augen und sehr verwegene Augenbrauen…sind das Katerwinker?

  3. Leserbrief an ES:

    nach intensivem Nachdenken über die speiseproblematischen Maunzprobleme von Gnä Frau kam mir in den Sinn, daß sie eventuell den in frühester Kindheit erlittenen Kulturschock von der spanischen zur bayrischen Küche immer noch nicht verwunden hat: von Tapas zum bayrischem Kraut mir Leberknödel…das muß ein Katzenmagen und vor allem die -seele erstmal verwinden.
    ES könnte ja mal probieren vor der Hauptspeise winzige Portionen, natürlich auf zierlichsten Porzellantellerchen, an Tapas anzubieten: ein wenig Manchego, etwas Serranoschinken, sonntags aber bitte Pata Negra, eine kleine frische Sardelle, etwas Lachsöl, ein paar Vitamintabletten.
    Gnä Frau hat nämlich beim Ruhen auf dem Laptop entdeckt, daß da die Geschmacksnerven reizenden Restaurantkritiken vom ES versteckt sind mit fünf Gängen mindestens :Amuse gueule, Vor- bis Nachspeise und dann soll sie sich mit einem Gang undefinierbarem Futters zufrieden geben: Das ist ja zum Katzenhimmel schreiend!
    natürlich können diese Ideen sowohl als auch: alle(s) für die Katz sein -:))))

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