Frieden


Der Garten ist ihre Welt.
Der Nachbar hat zwei Katzen, ein Geschwisterpaar, einen gemütlichen KatEr und eine Zicke, die Schwester…
Mit ihm versteht sie sich gut. Er ist entspannt.
Sie kann Gnä Frau nicht ab, umgekehrt findet meine kleine Diva sie äusserst spannend.
Die Beziehung ist einseitig angestrengt.

Der Garten ist groß genug, sich aus dem Weg zu gehen. Wenn man das mag.
Die Gnädige Frau mag nicht. Sie liebt die große Schwester, die keine sein mag.

Die Narben auf der Nase meiner kleinen Dame verheilen schnell und ohne Folgen.
Aber sie kehren stetig wieder.
Sie will es nicht wahrhaben.

Manchmal tut mir Nachbars Katze leid, sie weiß schon gar nicht mehr, wohin sie vor der Liebe flüchten soll.
Sie ist die klassische Einzelgängerin, ihren Bruder kann sie ab, der will nichts von ihr.
Sie kann mit Gesellschaft einfach nichts anfangen, auch nicht mit der der bezaubernden Gnä Frau.

Das Alter meiner Gnädigen ist nur ungefähr bekannt, sie dürfte so um die zwei Jahre jung sein.
Mein spanisch ist mäßig, ganz die Dame, behält sie Ihr wahres Alter bei all‘ meinem Bemühen für sich.
Sie sehnt sich nach der großen Schwester, akzeptiert im Haus aber nur Zweibeiner als Mitbewohner. Nimmt die Narben in Kauf, im Gegenzug für vierbeinige Gesellschaft.

Frieden gibt es, wenn sie im Haus ist, bei mir.
Es ist mir eine Freude, zu wissen, dass sie auf dem Sofa, ihrem Stuhl oder meiner Fototasche balancierend schläft. Sie muss nicht um mich herum sein, mir genügt das Wissen um ihr Sein.

Die meiste Zeit des Tages ignoriert sie mich. Ich liebe sie dafür.
Sie kommt, wenn sie etwas braucht, etwas möchte.
Ich lasse alles liegen und stehen und kümmere mich.
Gut, Essen gibt es nur zu fixen Zeiten, aber ansonsten hat sie mich unter Kontrolle.
Im Gegenzug gibt sie mir Frieden.
Das beste Gegengeschäft.

Gnä Frau Diabolo

4 Kommentare zu „Frieden“

  1. Warum sollte es unter Vierbeinern anders sein? Die nicht erwiderte Liebe -:)))) Das finde ich ja so spannend und lehrreich , daß sie uns den Spiegel vorhalten.
    Diese totale Unabhängigkeit…mit Ausnahme der Verköstigung….. finde ich an Katzen so faszinierend; die Freiheit, die sie sich immer bewahren und auch, wie sie ihre Forderungen umsetzen….beharrlich, schnurrend, auch manchmal die Stimme erhebend, aber wir reagieren und stellen die Herrschaften zufrieden.
    Sir Percy kümmert sich oft den ganzen Tag nicht um uns, er schläft mal hier, mal dort, nie regelmäßig an einem Platz, sind wir aber außerhäusig und wir kommen zurück, steht er an der Tür und empfängt uns maunzend, bzw. wenn nur einer unterwegs ist und er die Autotür o.ä….ich weiß nicht, was er wahrnimmt….
    hört, springt er von seinem Schlafplatz auf und eilt zur Tür, selbst wenn er im Tiefschlaf liegt.
    Auf die bebilderten Schlafgewohnheiten von Gnä Frau bin ich auch schon gespannt-:)))

    den beiden Friedlichen sonnige Samstagsgrüße

  2. Ich mag eigentlich nicht jedes Mal ein Gefällt-mir verschenken. Das wirkt so beliebig. Aber dann kommt der Satz oder das Bild, das den Zeigefinger zucken lässt. Ich tu es also doch. Der Gnä Frau ist es sowieso egal.

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